Jakob Gasteiger

Image
Der österreichische Künstler Jakob Gasteiger beschrieb seine Arbeit in einem Interview von 1999 als eine Thematisierung von Malprozess und Malerei. Kunst sei für ihn Schaffung eines Systems von Handlungsabläufen, in denen Bilder ohne ikonografischen Anspruch entstünden. Seine wiederholte Tätigkeit des Farbauftrags und des Strukturierens des Materials Farbe würde sich jedem Bildinhalt verweigern.

Diese aus bisherigen Texten exemplarisch ausgewählte Notiz erweist sich repräsentativ für Gasteigers Pragmatik in der Selbstbeschreibung seiner künstlerischen Arbeit und deckt sich gleichzeitig mit den Definitionsmodellen jener Stilrichtungen, die ihn am meisten beeinflusst hätten. Hierzu zählte der Künstler „Radikale Malerei“ und „Minimal Art“. Mit beiden Kunstrichtungen beschrieb Gasteiger Bezugspunkte, die eine elementare Formensprache als Gegenströmung zu einer jeweils vorausgegangenen expressionistischen Kunstrichtung vorgestellt hatten. In diesem Sinne war die „Minimal Art“ in den 1960er Jahren eine Reaktion auf den „Abstrakten Expressionismus“ gewesen. Zwanzig Jahre sollte den „Neuen Wilden“ die „Radikale Malerei“ folgen. Mit ihren wesentlichen Merkmalen und formalen Ausprägungen stellte „Radikale Malerei“ zu diesem Zeitpunkt auch das prägnanteste Orientierungsfeld für Jakob Gasteiger dar. Als eine postmoderne Haltung der abstrakten Malerei der späten 1980er Jahre bezog sie sich auf ihre primären und eigenwertigen Grundlagen, wie Fläche, Struktur, Bildträger und vor allem auf die Farbe. Die „Radikale Malerei“ stellte sich selbst dar. Ein wie auch immer gearteter Inhalt wurde von ihren Protagonisten nicht angestrebt.

Aus dieser intellektuellen Präzision und konzeptionellen Askese ist in den letzten 20 Jahren ein umfangreiches Werk von Jakob Gasteiger entstanden.

Image

2007 beauftragte die Firma Trenka Jakob Gasteiger mit der Schaffung eines Werkes, das sich inhaltlich mit den Produkten der Firma auseinandersetzt, bzw. sie thematisiert – und in die begonnene Verdauungsserie weiterführt.

Gasteigers Arbeit für die Firma Trenka ist typisch für seine Beschäftigung mit dem Thema Malprozess und Malerei, Buntheit, Farbigkeit und Farbe als Material.

Er verwendete für sein Werk Granulate aus der Produktion der Firma.

Holzkohle, Eucarbon, Schwefel, Sennae, Eucarvet und Rhabarber wurden mit einem Bindemittel zu 6 unterschiedlichen Farbmassen angemischt und auf 6 Leinwände im Format 60 x 30 cm aufgetragen. Die Leinwände wurden paarweise angeordnet, z.b. Rhabarber mit Holzkohle. So egaben sich 3 Paare im Format 60 x 60 cm, wobei jeweils eine farbige Hälfte mit einer Schwarzen kombiniert wurde.