Durchfall ist in erster Linie durch dünnflüssigen, breiigen Stuhl (typischerweise mehr als dreimal täglich) und Bauchschmerzen gekennzeichnet. Es gibt akute und chronische Formen von Durchfall: die akute Form wird in der Regel durch Infektionen mit Bakterien, Viren oder Parasiten verursacht und heilt meist behandlungsfrei ab. Chronischer Durchfall kann die Folge verschiedener Krankheiten oder Störungen (Zöliakie, Reizdarmsyndrom, Nahrungsmittelintoleranzen) sein und sollte bei einer Dauer von länger als einem Monat ärztlich behandelt werden. 

Symptome bei Durchfall

Bei folgenden Symptomen in Verbindung mit Durchfall ist medizinische Hilfe dringend erforderlich:

  • Dehydratation (Austrocknung)
  • Wässriger Stuhlgang
  • Blutiger oder schwarz gefärbter Stuhl

  • Fieber
  • starke Bauch- oder Afterschmerzen
  • Geistige Verwirrtheit und körperliche Schwäche

Komplikationen

Eine der gefährlichsten Folgen ist die Dehydratation (Austrocknung).

Wird der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen, trocknet der Körper aus. Insbesondere für Kinder besteht Lebensgefahr, sofern keine Behandlung erfolgt.

Ursachen

1. Infektionen

Die häufigste Ursache von Durchfall sind (systemische) Infektionen, die von Viren, Bakterien und Parasiten ausgelöst werden. 
Nach Abheilen der Infektion verschwinden in der Regel auch die Symptome.

2. Medikamente

Antibiotika, Herz-/Kreislauf-Medikamente, Blutdruckmedikamente, Diuretika und Antazida können die normale Darmpassage beeinträchtigen und Durchfall als Nebenwirkung auslösen.

3. Nahrungsmittelintoleranzen

Lactoseintoleranz

Lactose ist eine Zuckerart, die in Milch- und Molkereiprodukten vorkommt. Menschen mit Laktoseintoleranz können diesen Zucker nicht oder nicht vollständig verdauen. Dadurch häuft sich die unverdaute Lactose im Dickdarm an, was zu einem osmotischen Ungleichgewicht und damit zu Durchfall führt.


Fructoseintoleranz:

Fructose ist eine Zuckerart, die in höheren Mengen in Obst (z. B. Äpfel, Wassermelonen, Birnen, Mangos, Trockenobst), Honig und Agavensirup vorkommt. Gemüsesorten wie Spargel, Zuckererbsen und Artischocken können ebenfalls höhere Mengen an Fructose enthalten. Wie bei der Laktoseintoleranz häufen sich hier unverdaute Zuckermengen im Darm an und lösen damit unangenehme Durchfallepisoden aus. Der Ausprägungsgrad der Fructosemalabsorption (=mangelhafte Nährstoffaufnahme aus dem Verdauungstrakt) variiert individuell. Darum sind Früchte mit geringerem Fruchtzuckergehalt (Bananen, Blaubeeren, Erdbeeren, Kiwis, Zitrusfrüchte) für manche verträglicher.

4. Ernährungsweise

Eine übermäßige Ballaststoffaufnahme kann gelegentlich Durchfall auslösen. In diesem Fall sollten Sie die Menge reduzieren. Ballaststoffe wirken sich in der empfohlenen Menge von 25 - 30 g positiv auf Ihre Verdauung aus.
Wenn Sie Ihre Ballaststoffaufnahme erhöhen möchten, sollten Sie die Menge schrittweise steigern. So kann sich Ihr Körper daran gewöhnen, höhere Ballaststoffmengen zu verarbeiten. Auch allzu übermäßiger Obstkonsum kann sich negativ auf die Verdauung auswirken. Obst enthält nicht nur viele Ballaststoffe, sondern auch hohe Fruchtzuckermengen. Dies führt gelegentlich zu einer Überlastung des Darms und kann Durchfall auslösen.
Künstliche Süßstoffe (häufig in fett- und zuckerreduzierten Produkten) sind manchmal schwer verdaulich und können die osmotische Balance im Dickdarm stören. Das kann gelegentlich zu Durchfall führen.

5. Chronische Erkrankungen

Viele Krankheiten sind mit Durchfall eng verknüpft:

  • Zöliakie 
  • entzündliche Darmerkrankungen
  • Reizdarmsyndrom
  • M. Crohn und Colitis Ulcerosa
Bei anhaltendem Durchfall sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Auslöser zu finden und eine angemessene Behandlung einzuleiten. 

„Es gibt tausend Krankheiten, aber nur eine Gesundheit.“

- Carl Ludwig Börne -

Natürliche Behandlung von Durchfall

Ernährungsweise

Üblicherweise heilt Durchfall innerhalb weniger Tage ab. Während Ihr Körper die Symptome bewältigt, können Sie gleichzeitig weiteren Komplikationen vorbeugen und den körperlichen Heilungsprozess fördern.

Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich

Das Wichtigste bei Durchfallerkrankungen ist, Wasserverlust auszugleichen und Austrocknung zu verhindern. 
Durchfall kann zu schwerem Wasser- und Elektrolytverlust führen und dem Körper wichtige Mineralien wie Natrium und Kalium entziehen. 

Nehmen Sie folgende Flüssigkeiten zu sich:

Klare Brühe

Leichte Suppen

Klare Säfte

Die richtige Ernährung bei Durchfall

Nehmen Sie am besten keine stark gewürzten oder frittierten Lebensmittel zu sich, die den Verdauungstrakt unnötig belasten.
Wählen Sie schonend zubereitete, sparsam gewürzte und weiche Speisen, bis die Symptome abklingen.

Zu empfehlen:

  • Bananen
  • Gekochtes/gedünstetes Gemüse (z. B. Karotten, Kartoffeln)
  • gekochter Reis
  • Hühnerbrühe
  • Halbfeste Nahrung mit geringerem Ballaststoffgehalt sukzessive, sobald sich Ihr Darm etwas beruhigt hat.

Probieren Sie auch gesalzene Cracker, Eier oder ungewürzte Hühnerbrust.

Vermeiden Sie:

  • Milch- und Molkereiprodukte
  • Fettige und stark gewürzte Speisen
  • Kohlensäure- und koffeinhaltige Getränke 
  • Alkoholische Getränke
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel
Gönnen Sie Ihrem Körper bei Durchfall etwas Ruhe und gehen Sie erst dann zu Ihren alltäglichen Gewohnheiten über, wenn Sie sich vollständig erholt haben.

Anmerkung: Vor Beginn jeder Behandlung sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Reisedurchfall

Ursachen und Vorbeugemaßnahmen

In fremden Ländern sind Reisende durch Hygienemängel, kontaminierte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser häufig der Gefahr bakterieller Infektionen ausgesetzt.

Vorbeugung ist die beste Behandlung

„Dos und Don´ts“ für Ihre Darmgesundheit auf Reisen:

Lebensmittel

Zu empfehlen

  • Frisch gekochte Lebensmittel
  • Obst, das Sie selbst gewaschen und geschält haben
  • Achten Sie auf saubere Teller und sauberes Besteck 
  • Vorverpackte Gewürze

Vermeiden Sie:

  • Rohes Fleisch, wenn Sie die Frische nicht garantieren können 
  • Lebensmittel von Straßenverkäufern
  • Rohes Obst und Gemüse, wenn Sie die hygienisch einwandfreie Zubereitung nicht garantieren können
  • Rohmilchprodukte
  • Offen gelagerte Lebensmittel (z.B. Buffet)
  • Lebensmittel mit beschädigten Verpackungsversiegelungen

Getränke

Zu empfehlen:

  • In Flaschen und Dosen abgefüllte Getränke
  • Heiße Getränke (Kaffee/Tee)
  • Wasser vor dem Verzehr abkochen

Vermeiden Sie:

  • Wasser aus dem Wasserhahn zum Trinken oder Zähneputzen 
  • Eiswürfel aus verunreinigtem oder nicht abgekochtem Wasser 
  • Getränke mit beschädigten Verpackungsversiegelungen

Weitere Hinweise

  • Achten Sie stets auf ein hygienisches Umfeld 
  • Waschen Sie Ihre Hände mehrmals täglich
  • Halten Sie alkoholhaltige Handdesinfektionsmittel griffbereit
  • Vermeiden Sie es, Mund und Nase zu berühren

Informieren Sie sich vor Ihrer Reise über mögliche Gesundheitsrisiken an Ihrem Reiseziel. Fragen Sie Ihren Arzt je nach Zielland nach weiteren vorbeugenden Maßnahmen.